14.04.2022: In meinem Blog heiße ich jeden neugierigen Gast ab heute herzlich willkommen.

 

Geplant sind hier regelmäßige Beiträge über meine Bücher, darüber was mich als Schriftsteller ausmacht und einiges mehr.

 

Und das Beste? Ihr könnt beeinflussen worüber ich schreibe. Themenvorschläge und Fragen die ihr mir schon immer mal stellen wolltet könnt ihr mir gerne per Mail schicken:

 

Titillato@web.de


18.04.2022: Bei meiner kleinen Umfrage wollten die meisten am liebsten im Blog mehr über mich als Autor erfahren. Gerne plaudere ich darüber, was ich von mir an interessanten Dingen verraten kann. Als Autor, wie auch als gewöhnlicher Mensch, chattet man ja auch mal. Ich für meinen Teil habe mich in der Hauptsache im Chatraum der SZ herumgetrieben, um nach interessanten Kontakten Ausschau zu halten. Dabei hat sich eine witzige Konstellation ergeben. Wie ich bereits im Reiter "Über mich" verraten habe, wurde ich vor meinem ersten Buch von einer Berliner Chatterin dazu ermutigt, mehr aus den Kurzgeschichten zu machen, die ich seinerzeit geschrieben hatte. 

 

Begonnen hatte meine "Laufbahn" bloß einen Tick früher. Einen Chat-Kontakt aus Bayern hatte ich näher kennengelernt. In diesem Zusammenhang haben wir irgendwann begonnen, mit gewisser Regelmäßigkeit zu telefonieren. Die Entfernung zwischen uns hatte sie mutig gemacht und so begann sie, mich zum Ende von Telefonaten zu erregen, um dann hinterher einfach aufzulegen. An diesem perfiden Spiel hatte sie sichtlich ihren Spaß, denn schließlich hatte ich von ihr keine Nummer erhalten und sie rief stets als unbekannter Teilnehmer an. Um ein Ventil für diese Frechheit zu finden, nahm ich mir an ihrer Person ein Beispiel. Sie selbst verfasste Kurzgeschichten und schnell war dann die Idee für meine erste kleine Story geboren: nämlich ihre Bestrafung, die sie möglicherweise für diese Frecheit zu erwarten hatte. 

 

Mit besagter Berliner Chatterin kam ich wiederum näher ins Gespräch und sie war die zweite Person, die diese Kurzgeschichte von mir zu lesen bekam. Allerdings war sie nicht die einzige Person, mit der ich im Chat seinerzeit ausführlich kommunizierte. Meistens stellt man fest, dass sich in Chaträumen weit entfernte Personen aufhalten. Nahezu gleichzeitig schrieb ich mit einer anderen jungen Frau aus der Nähe von Berlin. Während ich mit Denise (deren Namen auch meine erste Romanfigur in "Zartbitter" erhielt) also weiter schrieb und auch telefonierte, hielt ich auch andere Kontakte aufrecht. Bis sich herausstellte, dass die andere Userin aus dem Umland Berlins deren Schwester war. Und nicht nur das, sie war auch sauer darüber, dass ich mit Denise ebenfalls Kontakt hatte und brach letztlich den Kontakt zu mir ab. Heute kann ich darüber schmunzeln. Denn ich war nie ein Mann, der ein doppeltes Spiel gespielt hat. Hätte ich etwas davon geahnt, dass ich zu zwei Schwestern wissentlich Kontakt gehabt hätte, so hätte ich das auch angesprochen gehabt. 

 

Nun, meine eigene "Denise" ist in drei Bänden von "Zartbitter" aufgetaucht. Der lebendigen Denise, die ein eigenes Buch verfassen wollte, habe ich am Telefon noch einige Tipps gegeben. Dann verlor sich auch die Spur der zweiten Schwester. 

 

Heutzutage würde dieses Problem sicher in dieser Form gar nicht mehr entstehen. Denn sind wir mal ehrlich: wer telefoniert heute noch gerne? Mir begegnen immer weniger solcher Beispiele. 


24.04.2022: Gerade bei einem Autor muss man manchmal zwischen den Zeilen lesen um entdecken zu können, was er außer der offensichtlichen Geschichte noch in seinem Buch versteckt hat. Aufmerksamen Lesern wird beim Stöbern in meinen Büchern nicht entgangen sein, an welchen Stellen ich Begebenheiten sehr genau beschreibe und wo ich wiederum etwas weniger an Informationen gebe. Wie alles im Leben hat das natürlich seinen Grund. Denn es gibt auch in meinem Leben ganz besondere Menschen, mit denen mich viel verbindet. Ihnen bin ich sehr dankbar dafür, dass sie in meinem Leben vorhanden sind und ich finde es schön, dass ich als Autor eine ganz spezielle Möglichkeit besitze, wie ich ihnen davon ein klein wenig zurückgeben kann. 

 

Wenn man nicht gerade ein vollständiges Manuskript entstehen lasst, das auf der Basis eines Vorschlages einer solchen Freundin entwickelt wird, so gibt es im Verlauf jeden Buches eine Gelegenheit dafür, einen solchen besonderen Menschen einzubauen. Denn in meinen Werken haben eigentlich nur die Protagonisten in einer Hauptrolle einen festen Namen. Andere Figuren, die lediglich den Charakter einer Nebenrolle haben, benötigen keinen Namen, weil dieser für die Entwicklung dieser Geschichte nicht wesentlich wäre. 

 

Guten Beobachtern fällt wiederum auf, dass es ganz kleine Rollen in meinen Büchern gibt, die dennoch einen Namen von mir erhalten haben. Es ist dir beim Lesen schon einmal aufgefallen, weil es von den anderen Personen abweicht? Glückwunsch! Dann bist du nämlich einer wertvollen Person begegnet, die ein kleines Denkmal in einem Buch gesetzt bekommen hat. Weil sie es wert ist. Wie man sich nun natürlich vorstellen kann, handelt es sich dabei jeweils um den echten Vornamen. Solche kleinen Denkmäler gibt es nicht in jedem meiner Werke. Das liegt für mich daran, dass in der heutigen Welt derartige Freundschaften wirklich dünn gesät sind. Umso schöner ist es für mich, so etwas schenken zu können. Denn alle dieser Personen wissen darüber Bescheid. Sie genießen den spannenden Umstand, dass sie eben wissen, dass sie die Namenspatin für diese Nebenrolle sind und dies allen anderen Lesern nicht bewusst sein kann. Womöglich begegnen sie sogar im täglichen Leben anderen Lesern eines meiner Bücher, die keine Ahnung haben, dass sie gerade meiner Nebenrolle gegenüber sitzen. 


29.04.2022: Gestern Abend habe ich ein weiteres Manuskript fertiggestellt. Auch wenn ich inzwischen schon über zehn Romane herausgebracht habe, so ist es dennoch kein gewöhnlicher Abend gewesen. Einen Roman abgerundet zu haben wird für mich immer etwas besonderes sein. Zu jedem einzelnen meiner Manuskripte habe ich eine ganz besondere Verbindung. Erst entsteht die Idee zum Inhalt, dann kommen erste Szenen im Kopf dazu, die ich nach und nach zu dem Gesamtwerk verbinde. Auch wenn die einzelnen Romane alle mit drei Pünktchen (und somit offen) enden, so fühle ich stets was der passende Ausklang für die Story ist, so wie ich sie in diesem Buch niedergeschrieben habe.

 

Wenn ein Manuskript fertig geworden ist, schließt sich in aller Regel eine Schreibpause an. Ein neues Projekt kommt sicher bald schon, aber zunächst einmal lasse ich das eigene Werk ein wenig sacken. Wann ich wieder beginne zu schreiben? Das hat keine Eile. So handhabe ich es schon, seitdem ich damit begonnen habe, meine Gedanken auf Papier zu bannen. Für mich ist es keine Hetzjagd von Buch zu Buch. Man muss es verstehen, sich selbst zu erden, wenn man einen Schritt abgeschlossen hat und ich spüre dann regelmäßig ganz genau, wann ich wieder offen, bin etwas Neues entstehen zu lassen. Und ich finde, man muss solche Situationen auch würdigen. Es ist keineswegs alltäglich, den Schlussstrich unter eine aktuelle Geschichte zu ziehen. Vielmehr ist es ein außergewöhnlicher Augenblick, den man ruhig feiern darf und sei es auch bloß für sich selbst.

 

In der Vergangenheit habe ich solche Augenblicke zu zweit gefeiert. Sehr gerne mag ich leckeres Essen aus den verschiedensten Kulturen, zuletzt hatte ich die asiatische Küche für mich entdeckt. Und so ging ich mit einer guten Freundin entweder essen oder habe sogar selbst gekocht (ebenfalls ein sinnliches Faible von mir) und mit ihr zusammen auf das neue Buch angestoßen. Oftmals hat das erst nach dem Erscheinen des Buches stattgefunden, weil man dann etwas in der Hand halten konnte, auf das man sein Glas erhebt und den Zauber des Moments genießt. Und nein, Alkohol trinke ich so gut wie keinen. Feiern kann man mit anderen Getränken ebenfalls. Es kommt aus meiner Sicht nicht darauf an, was man im Glas hat sondern was man feiern möchte. Ohne Krach, ohne laute Musik, vielleicht mit einer brennenden Kerze auf dem Tisch. Weil ich diese Momentaufnahme zu schätzen weiß. 

 

Bis ein weiteres Buch von mir auf dem Markt ist ergibt sich sicherlich noch eine Gelegenheit, um anzustoßen. Ich lasse mich überraschen. 


12.05.2022: Die Phase zwischen einem Manuskript und dem nächsten gleicht ein wenig der Ruhe vor dem Sturm. Allerdings habe ich es selbst in der Hand, wann dieser Sturm aufs Neue losbricht. Früh genug werde ich wieder zu schreiben beginnen. Das ist dann der Fall, wenn es mich genug kitzelt und ich jede Menge Ideen und Bilder im Kopf habe. Aber auch die Zeit zwischen den Manuskripten weiß ich zu nutzen. 

 

Schreiben ist ja das Eine, Korrekturlesen ist wiederum das Andere und zu unterschätzen ist das auch nicht. Ich genieße es sehr, dass ich eine fleißige und zuverlässige Beta-Readerin habe, auf die ich mich gut verlassen kann. Sie kennt meinen Schreibstil bereits, was aber eher ein Vorteil ist und ich weiß, dass sie in jeder Situation hinter mir steht. Wie ich jüngst festgestellt habe, lerne ich immer wieder neue Seiten an ihr kennen. Hinter jedem erfolgreichen Autoren steckt eine Frau mit außergewöhnlichen Fähigkeiten. Nicht nur, dass sie mich inpunkto Technik unterstützt (ich selbst entstamme ja der Generation, die mit dem Commodore 64 aufgewachsen ist, bevor die technische Entwicklung uns überholt hat), sie ist zudem die "Stimme", die auch die Leseproben aus meinen Büchern vorliest und nun korrigiert sie auch meine Texte. 

 

Nun habe ich sogar zwei Manuskripte zuhause, die ich bereits fertiggestellt habe und die beide noch nicht veröffentlicht sind. Bei dem ersten dieser Manuskripte hat sie bereits ganze Arbeit geleistet, deshalb werde ich als nächstes meinen Text auf der Grundlage ihrer Hinweise überarbeiten. Das gerade erst zu Ende gebrachte, neue Manuskript liegt ihr inzwischen schon vor, aber ihr steht zur Korrektur alle Zeit der Welt zur Verfügung. Eins nach dem anderen. Und die nächste Neuerscheinung wird das Buch sein, das sie bereits durchgesehen hat. Ganz abgesehen davon, dass ich mich noch nach einem geeigneten Coverfoto umsehen werde. Schließlich isst das Auge mit und ein Buch wirkt auch durch seinen Umschlag. Der Gesamteindruck soll ja dann passen, und womöglich wird es dieses Mal als gezeichnetes Cover entstehen. In dieser Hinsicht lasse ich mich gerne treiben. Langweilig wird es mir sicherlich nicht.